Die Optimierung des Geschäftsplans

Optimierung Geschäftsplan

Die Optimierung des Geschäftsplans

In den allermeisten Fällen ist der erste Entwurf der Planung noch nicht optimal. Gehe nochmal alle Planungsparameter durch. Überprüfe deine Annahmen, optimiere und korrigiere deine Berechnungen und gib deinen Zahlen den letzten Schliff.

Erstelle für dich ein Worst- und ein Best-Case Szenario. Überdenke die Konsequenzen aus dem Worst-Case Szenario. Kannst du damit umgehen, bist du bereit dieses Risiko zu tragen? Wie wirst du auf Probleme und Herausforderungen reagieren?

Klar gehst du davon aus, dass alles so läuft, wie du es dir vorstellst, sonst brauchst du gar nicht an den Start gehen.Betrachte aber auch die möglichen Risiken. Spätestens im Bankgespräch wirst du mit diesen Fragen konfrontiert. Also bereite dich darauf vor.

Der Break-Even

Wo liegt dein Break-Even-Point? Der Break-Even Punkt gibt an, wieviel Umsatz du brauchst, respektive Mitgliedern damit deine Kosten gedeckt sind.

Ein Studio hat leider einen hohen Anteil an Fixkosten. Fixkosten sind die Kosten, die für die reine Betriebsbereitschaft anfallen. Ein großer Anteil an den Personalkosten, Raum- und Finanzierungskosten, Versicherungen, Beiträge und so weiter sind fix, auch wenn du keine oder nur wenige Mitglieder hast. Die variablen Kosten, die von der Anzahl der Mitglieder, der Anzahl der Besuche und Höhe des Verzehrs abhängig sind, machen nur einen kleinen Teil der Kosten aus. Das sind in erster Linie der Warenumsatz und Verbrauchskosten (Strom, Wasser, …). Fixe Kosten stellen rund 80% und variable Kosten circa 20% der Kosten dar.

Um die Kostendeckungspunkt zu ermitteln, nimmst du deine Kostenplanung und teilst die Jahreskosten durch 12 Monate. Die monatlichen Kosten teilst du dann durch den durchschnittlichen Nettoumsatz pro Mitglied und du erhältst die Anzahl der Mitglieder für deinen Kostendeckungspunkt.

Break Even
Break Even

Das gleiche kannst du noch anschaulicher gestalten, indem du den Verlauf der Kosten und des Umsatzes in einer Grafik darstellst.

Zusätzlich kannst du noch einen Grenz-Break-Even ermitteln. Die Grenz-Break-Even Betrachtung ermittelt den Mindestumsatz bei reduziertem Aufwand gegenüber dem betrieblichen Normalaufwand. Der betriebliche Normalaufwand sind die Betriebskosten, wenn alles so läuft wie geplant.

Kostendeckung Liquiditätsverlauf

Die Mindestbetriebskosten sind die Betriebskosten, die anfallen, wenn du dein Unternehmen auf Sparflamme fährst. Dazu werden in den Kostenbereichen, wo es möglich ist, Einsparungen vorgenommen. Die erforderlichen Mitglieder zur Erreichung des Grenz-Break-Evens werden mit den Grenzkosten berechnet, indem du die Grenzkosten durch den Nettoumsatz teilst.

Die Liquiditätsplanung vor Eröffnung

Leider ist es schon zu häufig vorgekommen, dass es bereits im Vorfeld der Existenzgründung zu Liquiditätsproblemen kommt. Bei großen und sehr umfangreichen Umbaumaßnahmen sowie bei hohem Investitionsvolumen ist es unbedingt erforderlich, eine Liquiditätsplanung für die Vorbereitung- und Vorgründungsphase zu machen.

Erstelle dir eine Tabelle mit Zeilen für den Mittelzufluss und den Mittelabfluss. Die Mittelzuflüsse sind dein Eigenkapital, öffentliche Fördermittel, Bankdar-lehen, die Erstattung der gezahlten Vorsteuer des Finanzamtes und eventuelle Zuschüsse von der Arbeitsagentur oder dir wohlgesonnenen Personen Eltern.

Die Mittelabflüsse sind deine Lebenshaltungskosten, wenn du keinen Lohn mehr beziehst, Gründungskosten, Handwerkerrechnungen, Anzahlungen und Rechnungen für Geräte und Anlagevermögen, Bereitstellungszinsen, Maklergebühren, Mietbürgschaften etc., etc., etc…

Liquiditätsplanung

Im nächsten Schritt ordne diese Positionen entsprechend ihrer Fälligkeiten chronologisch ein und summiere alle Posten monatlich auf. Der Liquiditätsverlauf zeigt dann, ob deine Liquiditätsplanung aufgeht oder ob du eine zeitlich befristete Zwischenfinanzierung brauchst.

Der Aufbau des Geschäftsplanes

Bei der Reihenfolge der Geschäftsplanung ist es wichtig, dass du deine Planung nach dem Top-Down Prinzip anordnest. Das heißt, die Reihenfolge geht von der Gesamtübersicht in die Details.

Orientiere dich an folgender Reihenfolge:

  1. Drei-Jahres-Übersicht (Jahresbasis)
  2. Rentabilität 1.Jahr (Monatsbasis)
  3. Rentabilität 2.Jahr (Monatsbasis)
  4. Rentabilität 3.Jahr (Monatsbasis)
  5. Umsatzplanung (Monatsbasis)
  6. Ausgabenplanung (Monatsbasis)
  7. Finanzierungskosten (Monatsbasis)
  8. Liquiditätsplanung (Monatsbasis)

Bei der Grundstruktur des Businessplanes orientierst du dich an folgender Reihenfolge.

  • Zusammenfassung (Executive Summary)
  • Geschäftskonzept
  • Marktund Wettbewerb
  • Finanzplan
  • Anlagen

Beschränke den Businessplan auf max. 50 Seiten. Wenn du mehr Seiten hast, gehe deinen Businessplan nochmal intensiv durch und überarbeite ihn. Kürze umfangreiche Textpassagen auf die wichtigsten Kernaussagen und Inhalte ein. Überlege dir, wo du deine Planung vereinfachen oder zusammenfassen kannst. Nicht jede Zahl interessiert den Banker oder Investor.

Gliedere begleitende Informationen aus und stelle diese in einem Anhang dar, sofern die Informationen für das Grundverständnis deiner Geschäftsidee wichtig sind. Zum Beispiel Basisinformationen zum Produkt oder weiterführende Marktinformationen.

Im nächsten Blog geht es um das Bankgespräch und wie du dich darauf vorbereitest.

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